Montag, 22. Mai 2017

Wandern um Trippstadt im Wonnemonat Mai



Von Hans Wagner

Der Mai ist jedem als Wonnemonat bekannt. Doch ist es gar nicht so sicher, ob mit „Wonne“ wirklich die freudige Verzückung, die viele Menschen in dieser Zeit empfinden, gemeint ist. „Wonne“ entstand wohl aus dem Wort „Wunne oder Winne“ was im altdeutschen „Ackerflur“ bedeutet. Der in Gedichten vielgepriesene Wonnemonat wäre dann der Acker- und Weidemonat! Das Wort Mai kommt vom italienischen Gott „Jupiter Maius“ her, dem Beschützer des Wachstums. Der Mai ist von jeher ein Brauchtumsmonat. Vor allem in den pfälzischen Walddörfern holten die Bewohner schon in vergangenen Zeiten am ersten Mai eine große Birke aus dem Wald und schmückten sie mit bunten Bändern, Eiern, Brezeln und Kuchen. Damit brachten die Menschen die neu erwachte Kraft der Natur in ihren Lebensmittelpunkt. Der Maibaum wurde auf dem Dorfplatz aufgestellt, auf dass die Frühlingsgöttin die Bewohner und das Vieh segne. Auch auf den abgelegenen Höfen und Annexen holte man kleine Bäume nachhause um sie aufzustellen. Diese alten Maifeiern hatten ihre Wurzeln im Heidentum. In vielen Orten war es üblich, dass in der Nacht zum 01. Mai die jungen Männer ihren Angebeteten einen kleinen Maibaum vors Haus stellten, als Zeichen ihrer Liebe und als symbolischen Heiratsantrag.
Nach der Christianisierung hat die die Kirche versucht diese alten Maifeiern zu verbieten, schließlich wurde der Maibaum zum Fronleichnamsfest gewandelt und die Straßen und Gassen konnten mittels kirchlichem Segen, mit Birkenzweigen und Bäumchen geschmückt werden.
Der Maibaum war der Schutzbaum der Kelten und Germanen, er repräsentierte die Irminsäule, den heiligen Baum der Germanen sowie den Lebensbaum der keltischen Druiden. Symbolisch steht der Maibaum für die erneuernde Kraft der Natur, die im Monat Mai ihren Einzug hält.
Für den Naturliebhaber ist der Monat Mai fast die schönste Zeit des Jahres, die Wälder strahlen im frischen Grün und die Wiesen sind bunt gefärbt von den vielen blühenden Wildpflanzen. Quellen und Bäche rauschen und gurgeln lieblich und die Natur lädt uns ein, zu ausgedehnten Spaziergängen.

Fotos © Ute Knieriemen-Wagner



Neben zahlreichen Brunnen und Quellen findet der Wanderer in den Wäldern um Trippstadt eine Anzahl von Weihern und Woogen vor. Wie ein dunkles Auge der Erde erscheinen sie dem Betrachter und die Bächlein, die sie speisen, sind die Adern des Waldes! Oft verborgen im grünen Hain und umgeben von einem dichten Kranz von Bäumen, erfüllen diese Gewässer einen wichtigen ökologischen Zweck. Das Karlstal, ein beliebter Ausflugsort ist wohl der schönste Wanderkilometer im Pfälzerwald! Aber auch das weiter verlaufende Moosalbtal bietet dem Naturliebhaber viele Schönheiten! Selten gewordene Pflanzenarten sowie eine Reihe bedrohter Vogelarten finden hier ein Rückzugsgebiet. Wer die Bergbachstelze kennenlernen will, wird an der Moosalb Glück haben und hier diesen Vogel mit den langen Schwanzfedern und dem markanten gelben Brustgefieder beobachten können. Ihr zartes Liedchen ist sogar im Winter zu hören, wenn das Rauschen der Moosalb es nicht gerade übertönt. Ihr Nest baut sie gerne in eine Felsnische, von denen im Karlstal reichlich vorhanden sind. Auch die seltene Wasseramsel lässt sich hier finden. Eigentlich ist sie ja gar keine Amsel, sondern ein vergrößerter Zaunkönig! Das verrät uns schon ihr ganzes Gehabe. Das Besondere an ihr: sie schwimmt und taucht vorzüglich und unter Zuhilfenahme ihrer Flügel und Füße dreht sie unter Wasser auf der Suche nach Nahrung kleine Steine um. Ihr Nest entspricht dem eines Zaunkönigs, nur entsprechend größer! Es ist bis auf den Einflug geschlossen, sieht oberflächlich aus wie ein großer Moosklumpen und befindet sich direkt am Wasser. Im Pfälzerwald nistet sie besonders gerne in alten Mauerwehren, die noch aus der Zeit von Trift und Flößerei stammen.


Besonders im Monat Mai leuchten in den Feuchtgebieten wie den Erlenbruch-wäldern die wunderschönen gelben Sumpfdotterblumen. Aber auch zahlreiche andere Wildblumen wie das Sumpfvergissmeinnicht beginnen nun mit der Blüte.
Ob Tierfreund oder Pflanzenliebhaber oder einfach auf der Suche nach Ruhe und Erholung, wer jetzt die Gewässer in den Wäldern um Trippstadt aufsucht, wird reichlich belohnt werden!

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