Donnerstag, 29. Juni 2017

Auf Schmetterlingsexkursion im Trippstadter Wald

Ein Artikel von Hans Wagner -


Wer in den Monaten Juli und August, entlang der Feucht- und Gewässergebiete um Trippstadt wandert, wird von der atemberaubenden Vielfalt in diesem Teil des Pfälzerwaldes begeistert sein.
Die botanische Auswahl vieler Pflanzenarten lockt wiederum bekannte und auch sehr seltene Arten von Schmetterlingen an. Unter den Insekten ist der Falter ein wahres Kleinod. Auch die kleinen und unscheinbaren Arten erscheinen uns bei genauem Hinsehen als wahre Wunderwerke der Natur, sind sie doch ein ausgewogenes Spiel von Farben, Mustern und Zeichnungen.
Die Welt der Blüten und die Welt der Falter gehören der gleichen Sphäre an. Vor allem an heißen, sonnigen Tagen, fliegen diese unruhigen "Blumen der Luft", wie sie der Dichter Friedrich Schnack nannte. 

Foto © Ute Knieriemen-Wagner
  
Auf den weinroten Blütenköpfen der Disteln, lässt sich oft der nach ihnen benannte Distelfalter (Vanessa cardui) nieder. Dieser unstete Flieger wandert in manchen Jahren bis nach Island. Manche Schmetterlinge sind "Wanderer", andere örtlich gebunden, einige leben in Symbiose wie der Gemeine Heidewiesenbläuling (Lyycaeides idas), dann gibt es wieder welche die streng an ihre Futterpflanze gebunden sind, so der seltene aber auch bei uns anzutreffende Fetthennenbläuling (Scolitantides orion). Dieser Falter ist ganz an verschiedene Fetthennen (Sedum) Arten gebunden. Ein weiterer von seiner Futterpflanze abhängiger Tagfalter ist der Kleine Fuchs (Aglais urticae). Sein lateinischer Name zeigt die Verbindung zur Brennnessel (Urtica dioicu) an.


Foto © Ute Knieriemen-Wagner
Mit dem kleinen Fuchs nicht zu verwechseln, ist der Große Fuchs (Nymphalis polychloros), eine streng geschützte Art, die nur noch ganz selten anzutreffen ist. Seine Vorliebe für Obstbäume wurde ihm zum Verhängnis, da die Obstbauern meist zu oft und unnötig früh zur Giftspritze greifen. Schmetterlinge und Pflanzen lehren uns das ökologische Zusammenspiel von Mutter Natur, verschwindet die Art einer Pflanze so gehen mit ihr oft zahlreiche Tierarten mit zugrunde.

Der Hornissenschwärmer (Aegeria apiformis) auch Bienenschwärmer genannt, gehört zur Familie der Glasflügler und bevorzugt Pappeln, vor allem Schwarzpappeln (Populus nigra) als Futterpflanzen. Diese Baumart verschwindet langsam aus unseren Feuchtgebieten und mit ihr dann auch der Hornissenschwärmer. Diese Art die zunächst überhaupt nicht wie ein Schmetterling aussieht, sondern eher einer Bienen oder Hornissenart gleicht, ahmt diese nach. Dies ist seine "Waffe", sein Überlebensschutz. Man bezeichnet diese Vortäuschung falscher Tatsachen als Mimikry, die wir in der Tier- und Pflanzenwelt oft vorfinden.
Ein weiterer Bewohner von Schwarzpappeln ist der Pappelschwärmer (Laothoe populi), in Gestalt und Verhalten ähnlich dem Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata).
Sein Flügel aber ist noch bizarrer und täuscht in Ruhestellung einige übereinander liegende, dürre Pappelblätter vor. Doch bei näherer Betrachtung fällt die Unterscheidung von Pappelschwärmer und Abendpfauenauge nicht schwer. Der Pappelschwärmer ist blasser gezeichnet und trägt auf der Oberseite der Vorderflügel je einen deutlichen weißen Punkt.
Die Oberseite der Hinterflügel schmückt ein großer, orangeroter bis rotbrauner Fleck, der bei Gefahr nach außen vorgewiesen wird.
Pappelschwärmer und Hornissenschwärmer kann der naturkundlich geübte Beobachter an den Schwarzpappeln, die im Karlstal stehen, beobachten.

Bereits 1983 verzeichnete die Rote Liste von Rheinland – Pfalz, das Verschwinden von 66 von insgesamt 300 Groß – und Kleinschmetterlingsarten im Pfälzerwald.
Der Kleine Eisvogel (Limenitis camilla) und beide Schillerfalterarten (Apatura) sind auch um Trippstadt noch vorhanden. Die Raupe des Kleinen Schillerfalters benötigt zur Überwinterung Pappelbäume. Beide gehören zur Familie der Edelfalter.

Foto © Ute Knieriemen-Wagner


Wer sich tiefer in den Wald von Trippstadt begibt hat sogar die Möglichkeit die schöne Adlerfarneule (Callopistria juventina), eine Schmetterlingsart die sehr stark vom Adlerfarn (Pteridium aquilinum) abhängig ist, zu bewundern.
Nicht nur für Pflanzenliebhaber, auch für Schmetterlingsliebhaber ist der Trippstadter Wald eine wahre Fundgrube. Die Vielfalt der Arten kann man am besten in den Monaten Juli und August beobachten.
Foto © Ute Knieriemen-Wagner

Samstag, 24. Juni 2017

Blätter zur Heimatgeschichte Heft 66 erschienen




 



In diesem Jahr gibt es in Trippstadt zwei heimatkundliche Jubiläen, die aus unserer Sicht erwähnenswert sind. Es sind dies zum einen 250 Jahre seit Vollendung des Schlossgebäudes und zum anderen 50 Jahre seit Wiedergründung des heute von Helmut Celim betreuten Fremdenverkehrs-vereins. Der erste und der letzte Beitrag in dieser Ausgabe sind diesen beiden Ereignissen gewidmet.
Die Kirche St. Blasius beim Aschbacherhof war seit dem Mittelalter über Jahrhunderte hinweg die Mittelpunktskirche für die Gemeinden und Höfe des Wilensteiner Landes. Wahrscheinlich war an ihrer Stelle schon in der Römerzeit eine Straßenstation. Der frühere Kaiserslauterer Architekt Loch, der vor Jahrzehnten Teile der Kirchenruine renoviert hat, wie auch der Bewohner und Kenner des Aschbacherhofes Robert Mossmann haben vieles über diese alte Ansiedlung erforscht und darüber geschrieben, Nicht zuletzt Neuentdeckungen an dem Kirchengebäude und neue Erkenntnisse über frühere Funde haben Prof. Fröhlich und seine Frau zu dem vorliegenden wichtigen Beitrag animiert.
Hans Wagner, der sehr aktive Berichter und Erzähler über Einzelaspekte aus Trippstadts Vergangenheit und Umwelt, hat uns eine interessante Arbeit über die Eisengewinnung der Gienanths im Reichswald bei Erzhütten übermittelt, sowie eine Abhandlung über die Bedeutung der Waldaxt in früheren Zeiten.
Ein besonderes Kapitel in der Familiengeschichte der hier wirkenden „Eisenbarone“ von Gienanth hat Jochen Stadler mit Unterstützung durch Bernd Gemba nach langen, komplizierten Recherchen für uns erarbeitet. Über das kurze Leben und Sterben des hochbegabten August v. Gienanth kursierten viele Rätsel.
Mit dem in Horbach geborenen und am Hofe zu Mannheim wirkenden Universalgelehrten Johann Jakob Hemmer ist Trippstadt durch eine bedeutende technische Errungenschaft verbunden nämlich dem ersten Blitzableiter auf einem Gebäude in der Kurpfalz, dem Trippstadter Schloss. Helmut Celim hat das Wissen darüber gesammelt und zusammengefasst.
Fundstücke, eines, das uns ein Leser zugesandt hat und eines das ich im Prot. Pfarrbuch gefunden habe, geben Einblick in das Leben in Trippstadt um 1860.
Das Geschehen in der Nachkriegszeit gegen 1950 hat Marianne Schönberg den Lesern schon mehrmals sehr lebendig nahegebracht. Mit dem Beitrag in diesem Heft verabschiedet sich nun die ehemalige Trippstadterin wie unser ganzer Redaktionskreis von der über viele Jahre treuen Leserschaft.

Dieter Faas/Arbeitsgemeinschaft Heimatkunde Trippstadt


Das aktuelle Heft Nr. 66 ist für 5,00 € in der Tourist Information Trippstadt erhältlich.
Tourist Info Trippstadt
Hauptstraße 26
67705 Trippstadt
Telefon: 0 63 06 – 3 41

Dienstag, 6. Juni 2017

Juni Ausgabe "Luftkurort Trippstadt im Kranz der Wälder"

Das aktuelle Juni Heft ist in der Tourist Info Trippstadt erhältlich!
Aus dem Inhalt:


Vom Wilensteiner Land ins Holzland – ein geschichtlicher Spaziergang durch die Zeit. Hans Wagner beschreibt die Situation der Bewohner unserer Region in früheren Zeiten: Landesherr war der Kurfürst und als solcher bezog er, nach dem Weistum von 1617, von jeder Familie mit eigener Feuerstelle ein halb Mater Holz und ein Fastnachtshuhn. Desweiteren das Schafft- und Manngeld, hiermit bezeichnete man die Heiratsgebühren….

Der Weg ist das Ziel! – von der Kunst des meditativen Wanderns. Ein weiterer Artikel von Hans Wagner. Beim meditativen Wandern sind wir mit unserem ganzen Bewusstsein unterwegs. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur im geographischen Sinn auf den Weg machen, sonder auch geistig…

Jubiläumsveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des 1. TC Trippstadt – am 24. Juni 2017 ab 19.00 Uhr feiert der Tennisclub sein Jubiläum im Ristorante Bell‘ Aria. Ralf Mertel schreibt: mit Musik und den dazugehörigen Speisen wollen wir uns nach italienischer Art verwöhnen lassen…

Frauen Aktiv Trippstadt – die Damen von Frauen Aktiv laden ein zu einem Vortrag über Kräuter, am 08. Juni um 15.30 Uhr.

Evangelischer Posaunenchor Trippstadt – lädt ein zur 26. Bläserserenade im Schlosspark Trippstadt, am 25. Juni um 18.00 Uhr.

Auf unseren Veranstaltungsseiten gibt es noch einiges mehr zu entdecken!
Genießen Sie den Vorsommer im Pfälzerwald, wir wünschen Ihnen eine schöne Zeit!
Redaktion Kranz der Wälder


Mittwoch, 31. Mai 2017

Vorverkauf Schlossparkfestival Trippstadt!

Der Vorverkauf für das Schlossparkfestival am 04. und 05. August 2017 läuft!!
Tickets erhalten Sie in der Tourist Info Trippstadt!
Hauptstraße 26
67705 Trippstadt
Telefon: 0 63 06 - 3 41
E-Mail: info@trippstadt.de
 
 
4. August "Schlager im Park"
Mit Voxxclub
Jörg Bausch
Gerd Blume Show
Ticketpreise
Erwachsene: 29,70 €
Ermäßigt: 24,20 €


5. August "6. Pfalzwerke Lichterfest"
Mit Simply Unplugged
The Nightlife Band
Höhenfeuerwerk
Ticketpreise
Erwachsene: 13,20
Ermäßigt: 9,90 €
Familie (2 Erw., 2 Kinder bis 17 Jahre): 36,30 €
Begleitkinder (7 bis 17 Jahre nur als Zusatz zur Familienkarte erhältlich): 5,50 €

Schlosspark Kombi Tickets
Erwachsene: 38,50 €
Ermäßigt: 27,50 €
 
  Weitere Infos zum Festival finden Sie hier!
 
 
Foto © Event Team Kaiserslautern

Foto © Event Team Kaiserslautern

Foto © Event Team Kaiserslautern

 
 

Montag, 22. Mai 2017

Wandern um Trippstadt im Wonnemonat Mai



Von Hans Wagner

Der Mai ist jedem als Wonnemonat bekannt. Doch ist es gar nicht so sicher, ob mit „Wonne“ wirklich die freudige Verzückung, die viele Menschen in dieser Zeit empfinden, gemeint ist. „Wonne“ entstand wohl aus dem Wort „Wunne oder Winne“ was im altdeutschen „Ackerflur“ bedeutet. Der in Gedichten vielgepriesene Wonnemonat wäre dann der Acker- und Weidemonat! Das Wort Mai kommt vom italienischen Gott „Jupiter Maius“ her, dem Beschützer des Wachstums. Der Mai ist von jeher ein Brauchtumsmonat. Vor allem in den pfälzischen Walddörfern holten die Bewohner schon in vergangenen Zeiten am ersten Mai eine große Birke aus dem Wald und schmückten sie mit bunten Bändern, Eiern, Brezeln und Kuchen. Damit brachten die Menschen die neu erwachte Kraft der Natur in ihren Lebensmittelpunkt. Der Maibaum wurde auf dem Dorfplatz aufgestellt, auf dass die Frühlingsgöttin die Bewohner und das Vieh segne. Auch auf den abgelegenen Höfen und Annexen holte man kleine Bäume nachhause um sie aufzustellen. Diese alten Maifeiern hatten ihre Wurzeln im Heidentum. In vielen Orten war es üblich, dass in der Nacht zum 01. Mai die jungen Männer ihren Angebeteten einen kleinen Maibaum vors Haus stellten, als Zeichen ihrer Liebe und als symbolischen Heiratsantrag.
Nach der Christianisierung hat die die Kirche versucht diese alten Maifeiern zu verbieten, schließlich wurde der Maibaum zum Fronleichnamsfest gewandelt und die Straßen und Gassen konnten mittels kirchlichem Segen, mit Birkenzweigen und Bäumchen geschmückt werden.
Der Maibaum war der Schutzbaum der Kelten und Germanen, er repräsentierte die Irminsäule, den heiligen Baum der Germanen sowie den Lebensbaum der keltischen Druiden. Symbolisch steht der Maibaum für die erneuernde Kraft der Natur, die im Monat Mai ihren Einzug hält.
Für den Naturliebhaber ist der Monat Mai fast die schönste Zeit des Jahres, die Wälder strahlen im frischen Grün und die Wiesen sind bunt gefärbt von den vielen blühenden Wildpflanzen. Quellen und Bäche rauschen und gurgeln lieblich und die Natur lädt uns ein, zu ausgedehnten Spaziergängen.

Fotos © Ute Knieriemen-Wagner



Neben zahlreichen Brunnen und Quellen findet der Wanderer in den Wäldern um Trippstadt eine Anzahl von Weihern und Woogen vor. Wie ein dunkles Auge der Erde erscheinen sie dem Betrachter und die Bächlein, die sie speisen, sind die Adern des Waldes! Oft verborgen im grünen Hain und umgeben von einem dichten Kranz von Bäumen, erfüllen diese Gewässer einen wichtigen ökologischen Zweck. Das Karlstal, ein beliebter Ausflugsort ist wohl der schönste Wanderkilometer im Pfälzerwald! Aber auch das weiter verlaufende Moosalbtal bietet dem Naturliebhaber viele Schönheiten! Selten gewordene Pflanzenarten sowie eine Reihe bedrohter Vogelarten finden hier ein Rückzugsgebiet. Wer die Bergbachstelze kennenlernen will, wird an der Moosalb Glück haben und hier diesen Vogel mit den langen Schwanzfedern und dem markanten gelben Brustgefieder beobachten können. Ihr zartes Liedchen ist sogar im Winter zu hören, wenn das Rauschen der Moosalb es nicht gerade übertönt. Ihr Nest baut sie gerne in eine Felsnische, von denen im Karlstal reichlich vorhanden sind. Auch die seltene Wasseramsel lässt sich hier finden. Eigentlich ist sie ja gar keine Amsel, sondern ein vergrößerter Zaunkönig! Das verrät uns schon ihr ganzes Gehabe. Das Besondere an ihr: sie schwimmt und taucht vorzüglich und unter Zuhilfenahme ihrer Flügel und Füße dreht sie unter Wasser auf der Suche nach Nahrung kleine Steine um. Ihr Nest entspricht dem eines Zaunkönigs, nur entsprechend größer! Es ist bis auf den Einflug geschlossen, sieht oberflächlich aus wie ein großer Moosklumpen und befindet sich direkt am Wasser. Im Pfälzerwald nistet sie besonders gerne in alten Mauerwehren, die noch aus der Zeit von Trift und Flößerei stammen.


Besonders im Monat Mai leuchten in den Feuchtgebieten wie den Erlenbruch-wäldern die wunderschönen gelben Sumpfdotterblumen. Aber auch zahlreiche andere Wildblumen wie das Sumpfvergissmeinnicht beginnen nun mit der Blüte.
Ob Tierfreund oder Pflanzenliebhaber oder einfach auf der Suche nach Ruhe und Erholung, wer jetzt die Gewässer in den Wäldern um Trippstadt aufsucht, wird reichlich belohnt werden!