Donnerstag, 29. März 2018

Trippstadter Waldgeschichten - der Baummarder von der Amseldell




Amseldell bei Trippstadt - Foto©Ute Knieriemen-Wagner


Wenn sich die Dämmerung wie Nebel zwischen die Bäume bei der Amseldell legt, verlässt der Baummarder seinen Unterschlupf in einer Höhle der alten knorrigen Traubeneiche und geht auf die Jagd. Er klettert kopfüber den dicken, starken Stamm hinunter, springt einige Sätze durch raschelndes Buchenlaub, steckt immer mal wieder seine Nase in ein Bodenloch und hebt sie witternd hoch. Dann setzt er an einem morschen Baumstumpf und auf den mit Porlingen bewachsenen Buchenstämmen die hier liegen seine Duftmarke ab.
Nachdem er auf diese Weise seinen Wechsel und Pass markiert hat, der schon von Mardergenerationen vor ihm eingehalten wurde, setzt er seinen Weg fort. Mit einem Male hält er inne, weil sein scharfes Gehör ein ihm bekanntes Geräusch wahrgenommen hat. Sofort ortet er woher das Geräusch stammt. Schnell wie ein Blitz springt er zu, reißt die Spitzmaus aus dem Laub und verschlingt sie gierig. Hinter der alten Amseldellhütte wo ein Unwetter einige Fichten zusammengedrückt hat, windet sich der Marder schlangengleich durch Dickicht und Unterwuchs der Bäume. Durch enge Löcher und unter herausgerissenen Wurzeln hindurch. Es gibt kaum einen Spalt durch den er sich nicht geschickt hindurch zwängen kann. Hoch oben beim Scharderkopf wo jetzt der Vollmond auf die mystischen Steingebilde fällt, schnappt er einen Nachtfalter. Am alten Fuchsbau verweilt er einige Zeit am Himbeergebüsch und frisst von den süßen Früchten, dann zieht er hungrig weiter. Im Morgengrauen, als er schon in seinen Schlupfwinkel bei der alten Eiche zurückkehren will entdeckt er ein Eichhörnchen. Als dieses den Marder erkennt klettert es in Schraubenwindungen eine alte Fichte hoch. Dann springt es von einer Baumkrone zur nächsten, der Marder immer hinterher. Aufwärts und abwärts geht die Jagd. Schließlich springt das Eichhörnchen mit einem mutigen Satz ins Leere. Diesen Luftsprung kann der Marder nicht nachmachen. Das Eichhörnchen verschwindet in einem Versteck und der Jäger pirscht hungrig weiter. Noch bevor die Sonne aufgeht hat er seinen Unterschlupf an der Amseldell erreicht. Hier verschläft er den Tag und träumt von der nächsten Jagd.

Ein Artikel von Hans Wagner

Ostereierschießen beim Schützenverein Trippstadt


Freitag, 16. März 2018

Frühlingsbeginn in Trippstadt



Selbst wenn im März noch einmal Schnee fällt lässt sich nicht verbergen, dass der Lenz Einzug hält. Eine alte Bauernregel sagt „Märzenschnee tut Saaten weh“. Aber auch für die kleinen Feldhasen die in diesem Monat geboren werden ist er nicht angenehm. An einem Rain des Feldgehölzes hat die Hasenmutter ihre drei bis vier handgroßen Mümmelmänner zur Welt gebracht.   

 Der geübte Naturbeobachter hat vielleicht einmal im Leben das Glück sie dort zu entdecken. Fest aneinander geschmiegt liegen die winzigen Wollknäuel um sich zu wärmen fast regungslos, als seien sie erstarrt. In dieser Zeit fürchten die Junghasen weniger die Kälte als die Nässe des tauenden Schnees. Kommt gar noch ein Eisregen hinzu, wird es gefährlich für die Kleinen. Ihre ärgsten Feinde sind die Krähen auf den Feldern aber auch Mäusebussard und Elstern machen Jagd auf junge Feldhasen, sind sie doch den Tag über alleine. Die Mutter kommt nur in der Abenddämmerung zu ihnen um sie in den ersten Wochen zu säugen. Sie liegt am Tage einige hundert Meter weit ab von der Kinderstube in ihrer „Sasse“.  Hasen sind bekannt dafür, dass sie sich beim Nahen von Menschen einfach auf den Boden „drücken“. Sie verlassen sich auf die graubraune Tarnung ihres Fells und haben meistens Glück, dass man sie übersieht. Wird er allerdings entdeckt sitzt er zu erst einmal mit weit geöffneten Augen in seinem Lager bevor er dann blitzschnell die Flucht ergreift. Nur in höchster Gefahr springt er auf und verschwindet mit 60 – Kilometer – Tempo seine berühmten Haken dabei schlagend, übers weite Feld.

 
Am Kaltenborn - Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


In dieser Zeit hört man die helle wimmernde Stimme des Waldkauzes. Was wir da als „kiuwitt – kiuwitt“ hören ist sein Balzgesang. Gleich Anfang März legt die Käuzin ihre schneeweißen Eier in eine Baumhöhle oder Dachnische einer Kirche oder einer alten Scheune, wie auch die Waldohreule die jetzt in den manchmal noch winterlich anmutenden Wäldern heiratet. Sie ist allerdings nicht so komfortabel eingestellt wie der Kauz. Ihr genügt ein altes Krähen– oder Dohlennest. Die Schleiereule die jetzt auch mit der Brut beginnt, bevorzugt ein Dachgerüst als Brutplatz wenn sie ein solches findet.

Auch Meister Grimbart befindet sich in den Flitterwochen, und alsbald liegen auch die jungen Dachse im Bau. Reineke Fuchs tut es ihm gleich und steht ihm was die Liebe betrifft in keiner Weise nach. Schon Mitte März sorgt die Füchsin im tieferen Wald für ihren Nachwuchs. Es dauert fast bis zum Sommer bis die Jungdachse  und Füchse erwachsen werden und schließlich ihrer eigenen Wege gehen. 

 
Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt


 
Fotos©Ute Knieriemen-Wagner




Auch in der Pflanzenwelt kann man jetzt die ersten Frühlingsboten erkennen. Schneeglöckchen und Märzenbecher zeigen ihre weißen Blüten oft in Begleitung von Krokus und Leberblümchen, Bingelkraut und Buschwindröschen. Der Lenz behauptet sich im März.
Die ersten frischen Frühlingswinde pfeifen über die Felder. Tiefer im Wald erwacht nun auch reges Leben. Die Paarungszeit der Eichhörnchen beginnt. An milden Tagen hören wir am frühen Morgen die ersten Vogelkonzerte und das Lied der Amsel kündet am Abend erwartungsvoll vom ersten Blühen, als wolle sie den Sommer jetzt schon herbei singen. Das Amsellied ist die reine Freude  an der Schöpfung und am Dasein. 

Die Tage nähern sich immer mehr dem Farbenrausch des Frühlings und die ganze Landschaft scheint ein Gesamtkunstwerk zu sein. Die Natur bietet viel in dieser Jahreszeit und das naturkundige Auge sollte jetzt unbedingt auf Entdecker Tour gehen.

Machen Sie sich auf zu einer Tour in Trippstadts Wälder und Wiesen und genießen Sie die ersten Frühlingstage!

Artikel©Hans Wagner

Mittwoch, 7. März 2018

Osterbasar im GDA Wohnstift


Märzgeist – Zeit des Erwachens



 
Frühlingsboten im Schlosspark Trippstadt - Foto©Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt




Der Lenzing ist ein ganz besonderer Monat, ist er doch die Zeit des Erwachens. Die ersten Vögel aus dem Süden kehren zurück und das Eichhörnchen gähnt schon in seinem Kobel. Überall entsteht nun neues Leben.
Im naturverbundenen Menschen meldet sich der Märzgeist durch Tatendrang. Wer jetzt durch die Wälder streift wird reichlich belohnt, vorausgesetzt er ist ein geschickter Beobachter.

Nach harter Winternacht erwacht das Leben zu neuer grüner Fülle. Viele Tiere und Pflanzen lassen sich nun in ihrer Veränderung und Metamorphose studieren. Auch in den Bäumen regt sich das Leben. Durch die gestiegenen Temperaturen erwachen die Bäume aus ihrer Winterruhe und beginnen zu wachsen, sie bekommen Knospen, aus denen später die Blüten und Blätter entstehen. 
Trippstadt hat eine große Anzahl wunderschöner und alter Flurbäume. Darunter einige Eichen die weit über 250 Jahre alt sind. Der Wanderer wird die wenigsten davon zu sehen bekommen, da diese Baumgestalten oft mitten in Feld und Weidegebiet stehen und daher von Zäunen umgeben sind. Durch radikale Flurveränderungen in den letzten Jahrzehnten sind vielerorts Feld- und Flurbäume abhanden gekommen. Dass wir in Trippstadt noch eine gute und vor allem gesunde Anzahl  an solchen Bäumen haben, darauf kann unsere Gemeinde stolz sein! Flur und Feldbäume prägen ein Landschaftsbild, sie geben dem Landschaftsraum eine Struktur und somit ein unverwechselbares Aussehen! Sie haben außerdem eine wichtige ökologische Funktion und eine ästhetische und raumbildende Wirkung für die Erholungslandschaft. In unserer Kultur sind Bäume von jeher Symbole der Geborgenheit und des Schutzes. Sie erfüllen unser Bedürfnis nach Schönheit im Landschaftsbild und wenn sie irgendwann verschwinden ist dies ein ästhetischer und kultureller Verlust! 


Bäume sind voller Lebensenergie und schenken jedem der mit offenen Sinnen kommt neue Kraft! Machen Sie einen Spaziergang rund um den Luftkurort Trippstadt und tanken Sie neue Energie!




 
Artikel von Hans Wagner

Freitag, 16. Februar 2018

Vorfrühling im Pfälzerwald

Von Hans Wagner



Eine Februarnacht in Trippstadt

Hornung, nannten ihn die Altvorderen. Liegt oft auch noch Eis und Schnee, so spürt der aufmerksame Beobachter doch, dass im Februar die Tage langsam und leise heller werden.
Selbst wenn noch bittere Kälte vorherrscht spürt man deutlich, dass Frühjahr ist nicht mehr fern.
 
Alter Birnbaum am Weg zu den zwei Steinen - Foto©UteKnieriemen-Wagner

In den sternenklaren Nächten erscheint uns der Himmel wie ein großes kosmisches Gemälde und man bekommt das Gefühl nicht los, dass unsere Augen immer tiefer in die Weiten des Universums vordringen. Mitten im Meridian flackert nun das Sternbild des Orions. Über ihm erstrahlt das Sternenpaar Kastor und Pollux. Die Götter haben sie zu glühenden, nie versinkenden Diamanten gemacht. Der Löwe mit dem königlichen Stern Regulus im Herzen ist bereit durch den Feuerreif der perlmutternen Milchstraße zu springen. Der gesamte südliche Himmel bis hoch in den Zenit leuchtet hell durch die Sternbilder des Wintersechsecks. Doch das geheimnisvollste Sternbild des Winterhimmels ist der mythische Jäger Orion mit seinem Gürtel und dem Schwertgehänge!
Der Jäger Orion rühmte sich in der altgriechischen Sage, alle Tiere besiegen zu können. Deswegen entbrannte zwischen ihm und dem Skorpion ein heftiger Kampf. Die Götter versetzten Orion und Skorpion an zwei gegenüberliegende Stellen des Himmelsgewölbes, so dass sie nie gleichzeitig über dem Horizont stehen. Die Sage berichtet weiter, dass Odysseus bei seiner Fahrt in die Unterwelt dem großen Jäger Orion begegnet sei. Er führte ihn mit den Vorzeitriesen Otos und Ephialtes auf. Sie seien nach Orion die schönsten Riesen gewesen. Orion wurde also noch vor ihnen eingestuft! Orion galt auch als der große Wanderer und mit seiner unendlichen Kraft als ein Wohltäter der Menschen. Er hatte drei Väter: Zeus, Poseidon und Hermes.
Etwas weiter südöstlich funkelt Sirius, der heilige Stern der alten Ägypter. Auch in den eiskalten Februarnächten weiß uns die Natur vieles zu erzählen und spricht sie nicht über die Pflanzen und Tierwelt zu uns, dann teilt sie sich uns über die Sternenwelt mit.
Wenn man sich in einer kalten Februarnacht draußen in der Natur aufhält und den funkelnden Sternenhimmel beobachtet, dann ist die eigene Seele eingespannt in den Rhythmus des kosmischen Geschehens, in das „Stirb“ und „Werde“ von Mutter Natur. Mystisch blinkt der Vollmond zwischen den Bäumen auf.

Im dunklen Wald lockt ein Käuzchen und das Knacken im Unterholz verrät Wild, oder sind es Waldelfen die uns hier umschleichen? Der nächtliche Wald öffnet nicht nur das Gedankenmeer, er ist auch eine Pforte ins Reich der Phantasie. Im Osten erscheint der Morgenstern.
In den Städten rauscht nun schon der Motor der Welt, doch hier in der Stille der Wälder machen sich nur die ersten Vögel mit leisem Zwitschern bemerkbar. In einem großen Schlehenbusch streiten sich die Tannenmeisen. Dann der Laut eines zu früh heimgekehrten Finken. 
 
Foto©Ute Knieriemen-Wagner

In der Morgendämmerung kann man die ersten Weidekätzchen entdecken, auch die Knospen der Kornellkirsche sind schon saftig und dick. Der Morgen dämmert klar und die Erde duftet nach nahem Frühling. Selbst die Buchen und Eichen zeigen schon dicke Knospen und man spürt, die Natur erwacht nach einem harten Winter zu neuem Leben.
An den Trippstadter Brunnen rauscht das Wasser und es scheint, als sei dieses Rauschen nun schon stärker und lauter als noch im Januar! Unsere Gedanken fließen mit dem Wasser dahin….
Am Kaltenborn - Foto©Ute Knieriemen-Wagner

Bald werden die ersten Zugvögel hier eintreffen. Wohl spüren sie es jetzt schon im tiefen Süden, dass sich der Lenz dem Pfälzerwald nähert. Unruhig wird wohl ihr Blick sein, sie prüfen ihr Gefieder ob es reisefertig ist, sammeln sich in Scharen, bereit zur Heimreise ins Herz des Pfälzerwaldes. Um hinein zu fliegen in diesen grünen Kranz der Wälder!