Samstag, 24. Juni 2017

Blätter zur Heimatgeschichte Heft 66 erschienen




 



In diesem Jahr gibt es in Trippstadt zwei heimatkundliche Jubiläen, die aus unserer Sicht erwähnenswert sind. Es sind dies zum einen 250 Jahre seit Vollendung des Schlossgebäudes und zum anderen 50 Jahre seit Wiedergründung des heute von Helmut Celim betreuten Fremdenverkehrs-vereins. Der erste und der letzte Beitrag in dieser Ausgabe sind diesen beiden Ereignissen gewidmet.
Die Kirche St. Blasius beim Aschbacherhof war seit dem Mittelalter über Jahrhunderte hinweg die Mittelpunktskirche für die Gemeinden und Höfe des Wilensteiner Landes. Wahrscheinlich war an ihrer Stelle schon in der Römerzeit eine Straßenstation. Der frühere Kaiserslauterer Architekt Loch, der vor Jahrzehnten Teile der Kirchenruine renoviert hat, wie auch der Bewohner und Kenner des Aschbacherhofes Robert Mossmann haben vieles über diese alte Ansiedlung erforscht und darüber geschrieben, Nicht zuletzt Neuentdeckungen an dem Kirchengebäude und neue Erkenntnisse über frühere Funde haben Prof. Fröhlich und seine Frau zu dem vorliegenden wichtigen Beitrag animiert.
Hans Wagner, der sehr aktive Berichter und Erzähler über Einzelaspekte aus Trippstadts Vergangenheit und Umwelt, hat uns eine interessante Arbeit über die Eisengewinnung der Gienanths im Reichswald bei Erzhütten übermittelt, sowie eine Abhandlung über die Bedeutung der Waldaxt in früheren Zeiten.
Ein besonderes Kapitel in der Familiengeschichte der hier wirkenden „Eisenbarone“ von Gienanth hat Jochen Stadler mit Unterstützung durch Bernd Gemba nach langen, komplizierten Recherchen für uns erarbeitet. Über das kurze Leben und Sterben des hochbegabten August v. Gienanth kursierten viele Rätsel.
Mit dem in Horbach geborenen und am Hofe zu Mannheim wirkenden Universalgelehrten Johann Jakob Hemmer ist Trippstadt durch eine bedeutende technische Errungenschaft verbunden nämlich dem ersten Blitzableiter auf einem Gebäude in der Kurpfalz, dem Trippstadter Schloss. Helmut Celim hat das Wissen darüber gesammelt und zusammengefasst.
Fundstücke, eines, das uns ein Leser zugesandt hat und eines das ich im Prot. Pfarrbuch gefunden habe, geben Einblick in das Leben in Trippstadt um 1860.
Das Geschehen in der Nachkriegszeit gegen 1950 hat Marianne Schönberg den Lesern schon mehrmals sehr lebendig nahegebracht. Mit dem Beitrag in diesem Heft verabschiedet sich nun die ehemalige Trippstadterin wie unser ganzer Redaktionskreis von der über viele Jahre treuen Leserschaft.

Dieter Faas/Arbeitsgemeinschaft Heimatkunde Trippstadt


Das aktuelle Heft Nr. 66 ist für 5,00 € in der Tourist Information Trippstadt erhältlich.
Tourist Info Trippstadt
Hauptstraße 26
67705 Trippstadt
Telefon: 0 63 06 – 3 41

Dienstag, 6. Juni 2017

Juni Ausgabe "Luftkurort Trippstadt im Kranz der Wälder"

Das aktuelle Juni Heft ist in der Tourist Info Trippstadt erhältlich!
Aus dem Inhalt:


Vom Wilensteiner Land ins Holzland – ein geschichtlicher Spaziergang durch die Zeit. Hans Wagner beschreibt die Situation der Bewohner unserer Region in früheren Zeiten: Landesherr war der Kurfürst und als solcher bezog er, nach dem Weistum von 1617, von jeder Familie mit eigener Feuerstelle ein halb Mater Holz und ein Fastnachtshuhn. Desweiteren das Schafft- und Manngeld, hiermit bezeichnete man die Heiratsgebühren….

Der Weg ist das Ziel! – von der Kunst des meditativen Wanderns. Ein weiterer Artikel von Hans Wagner. Beim meditativen Wandern sind wir mit unserem ganzen Bewusstsein unterwegs. Das bedeutet, dass wir uns nicht nur im geographischen Sinn auf den Weg machen, sonder auch geistig…

Jubiläumsveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des 1. TC Trippstadt – am 24. Juni 2017 ab 19.00 Uhr feiert der Tennisclub sein Jubiläum im Ristorante Bell‘ Aria. Ralf Mertel schreibt: mit Musik und den dazugehörigen Speisen wollen wir uns nach italienischer Art verwöhnen lassen…

Frauen Aktiv Trippstadt – die Damen von Frauen Aktiv laden ein zu einem Vortrag über Kräuter, am 08. Juni um 15.30 Uhr.

Evangelischer Posaunenchor Trippstadt – lädt ein zur 26. Bläserserenade im Schlosspark Trippstadt, am 25. Juni um 18.00 Uhr.

Auf unseren Veranstaltungsseiten gibt es noch einiges mehr zu entdecken!
Genießen Sie den Vorsommer im Pfälzerwald, wir wünschen Ihnen eine schöne Zeit!
Redaktion Kranz der Wälder


Mittwoch, 31. Mai 2017

Vorverkauf Schlossparkfestival Trippstadt!

Der Vorverkauf für das Schlossparkfestival am 04. und 05. August 2017 läuft!!
Tickets erhalten Sie in der Tourist Info Trippstadt!
Hauptstraße 26
67705 Trippstadt
Telefon: 0 63 06 - 3 41
E-Mail: info@trippstadt.de
 
 
4. August "Schlager im Park"
Mit Voxxclub
Jörg Bausch
Gerd Blume Show
Ticketpreise
Erwachsene: 29,70 €
Ermäßigt: 24,20 €


5. August "6. Pfalzwerke Lichterfest"
Mit Simply Unplugged
The Nightlife Band
Höhenfeuerwerk
Ticketpreise
Erwachsene: 13,20
Ermäßigt: 9,90 €
Familie (2 Erw., 2 Kinder bis 17 Jahre): 36,30 €
Begleitkinder (7 bis 17 Jahre nur als Zusatz zur Familienkarte erhältlich): 5,50 €

Schlosspark Kombi Tickets
Erwachsene: 38,50 €
Ermäßigt: 27,50 €
 
  Weitere Infos zum Festival finden Sie hier!
 
 
Foto © Event Team Kaiserslautern

Foto © Event Team Kaiserslautern

Foto © Event Team Kaiserslautern

 
 

Montag, 22. Mai 2017

Wandern um Trippstadt im Wonnemonat Mai



Von Hans Wagner

Der Mai ist jedem als Wonnemonat bekannt. Doch ist es gar nicht so sicher, ob mit „Wonne“ wirklich die freudige Verzückung, die viele Menschen in dieser Zeit empfinden, gemeint ist. „Wonne“ entstand wohl aus dem Wort „Wunne oder Winne“ was im altdeutschen „Ackerflur“ bedeutet. Der in Gedichten vielgepriesene Wonnemonat wäre dann der Acker- und Weidemonat! Das Wort Mai kommt vom italienischen Gott „Jupiter Maius“ her, dem Beschützer des Wachstums. Der Mai ist von jeher ein Brauchtumsmonat. Vor allem in den pfälzischen Walddörfern holten die Bewohner schon in vergangenen Zeiten am ersten Mai eine große Birke aus dem Wald und schmückten sie mit bunten Bändern, Eiern, Brezeln und Kuchen. Damit brachten die Menschen die neu erwachte Kraft der Natur in ihren Lebensmittelpunkt. Der Maibaum wurde auf dem Dorfplatz aufgestellt, auf dass die Frühlingsgöttin die Bewohner und das Vieh segne. Auch auf den abgelegenen Höfen und Annexen holte man kleine Bäume nachhause um sie aufzustellen. Diese alten Maifeiern hatten ihre Wurzeln im Heidentum. In vielen Orten war es üblich, dass in der Nacht zum 01. Mai die jungen Männer ihren Angebeteten einen kleinen Maibaum vors Haus stellten, als Zeichen ihrer Liebe und als symbolischen Heiratsantrag.
Nach der Christianisierung hat die die Kirche versucht diese alten Maifeiern zu verbieten, schließlich wurde der Maibaum zum Fronleichnamsfest gewandelt und die Straßen und Gassen konnten mittels kirchlichem Segen, mit Birkenzweigen und Bäumchen geschmückt werden.
Der Maibaum war der Schutzbaum der Kelten und Germanen, er repräsentierte die Irminsäule, den heiligen Baum der Germanen sowie den Lebensbaum der keltischen Druiden. Symbolisch steht der Maibaum für die erneuernde Kraft der Natur, die im Monat Mai ihren Einzug hält.
Für den Naturliebhaber ist der Monat Mai fast die schönste Zeit des Jahres, die Wälder strahlen im frischen Grün und die Wiesen sind bunt gefärbt von den vielen blühenden Wildpflanzen. Quellen und Bäche rauschen und gurgeln lieblich und die Natur lädt uns ein, zu ausgedehnten Spaziergängen.

Fotos © Ute Knieriemen-Wagner



Neben zahlreichen Brunnen und Quellen findet der Wanderer in den Wäldern um Trippstadt eine Anzahl von Weihern und Woogen vor. Wie ein dunkles Auge der Erde erscheinen sie dem Betrachter und die Bächlein, die sie speisen, sind die Adern des Waldes! Oft verborgen im grünen Hain und umgeben von einem dichten Kranz von Bäumen, erfüllen diese Gewässer einen wichtigen ökologischen Zweck. Das Karlstal, ein beliebter Ausflugsort ist wohl der schönste Wanderkilometer im Pfälzerwald! Aber auch das weiter verlaufende Moosalbtal bietet dem Naturliebhaber viele Schönheiten! Selten gewordene Pflanzenarten sowie eine Reihe bedrohter Vogelarten finden hier ein Rückzugsgebiet. Wer die Bergbachstelze kennenlernen will, wird an der Moosalb Glück haben und hier diesen Vogel mit den langen Schwanzfedern und dem markanten gelben Brustgefieder beobachten können. Ihr zartes Liedchen ist sogar im Winter zu hören, wenn das Rauschen der Moosalb es nicht gerade übertönt. Ihr Nest baut sie gerne in eine Felsnische, von denen im Karlstal reichlich vorhanden sind. Auch die seltene Wasseramsel lässt sich hier finden. Eigentlich ist sie ja gar keine Amsel, sondern ein vergrößerter Zaunkönig! Das verrät uns schon ihr ganzes Gehabe. Das Besondere an ihr: sie schwimmt und taucht vorzüglich und unter Zuhilfenahme ihrer Flügel und Füße dreht sie unter Wasser auf der Suche nach Nahrung kleine Steine um. Ihr Nest entspricht dem eines Zaunkönigs, nur entsprechend größer! Es ist bis auf den Einflug geschlossen, sieht oberflächlich aus wie ein großer Moosklumpen und befindet sich direkt am Wasser. Im Pfälzerwald nistet sie besonders gerne in alten Mauerwehren, die noch aus der Zeit von Trift und Flößerei stammen.


Besonders im Monat Mai leuchten in den Feuchtgebieten wie den Erlenbruch-wäldern die wunderschönen gelben Sumpfdotterblumen. Aber auch zahlreiche andere Wildblumen wie das Sumpfvergissmeinnicht beginnen nun mit der Blüte.
Ob Tierfreund oder Pflanzenliebhaber oder einfach auf der Suche nach Ruhe und Erholung, wer jetzt die Gewässer in den Wäldern um Trippstadt aufsucht, wird reichlich belohnt werden!

Freitag, 12. Mai 2017

Ein Maispaziergang zu Trippstadter Brunnen



Von Hans Wagner 
Ein Artikel aus dem aktuellen Kranz der Wälder Heft, Mai Ausgabe.

Einen Ort der Ruhe und meditativen Besinnung findet der Wanderer bei einer Rast im grünen Sängerhain in Trippstadt. Im Ort gelegen, strahlt der Sängerhain im Mai eine romantische Abgeschiedenheit aus. Der wunderschöne Naturspielplatz lädt auch Familien mit Kindern zum Verweilen ein.

Unter den großen mächtigen Baumkronen sitzend, erwartet uns hier am frühen Morgen ein jubilierendes Vogelkonzert, eine herrliche Sinfonie, der alten Mutter Erde. Jene, die es vorziehen in der frischen und klaren Morgenluft zu wandern, werden hier im Morgendämmern zu Zeugen eines wunderschönen kosmischen Schauspiels. Begleitet vom Ruf des Kuckucks, können wir von hier aus sehr deutlich das Heraufdämmern der Sommersterne beobachten. Schaut man hoch in den Westhimmel, können wir gerade noch die letzten Wintersterne versinken sehen. Sirius, der geheimnisvolle Stern der alten Ägypter, ist schon verschwunden. Vom unruhigen Himmelsjäger Orion erkennt man gerade noch den linken oberen Schulterstern, Beteigeuze. Zwischen den Zwillingen und dem Löwen steht nun der Krebs und bereitet sich darauf vor, den Sommer in seine Zangen zu nehmen. Dem Wanderer erscheinen von hier aus die unendlichen Räume des Kosmos als Licht und Lampe eines in sich vollendeten Erdentages und vielleicht ziehen die Verse Schillers durch seine Gedanken: „Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen.“ 




Osterheldbrunnen - Foto © Ute Knieriemen-Wagner/Tourist Info Trippstadt

Foto © Ute Knieriemen-Wagner/ Tourist Info Trippstadt


In den Städten rauscht nun schon der Motor der Welt, doch hier im abgelegenen Haine herrscht Stille. Vom Sängerhain bricht der Wanderer nun zu einem weiteren verwunschenen Platz auf. Ein Blick auf die Wanderkarte zeigt dem kundigen Waldgänger, dass er von hier aus gemütlich zum Osterheld- und auch zum Candidus Brunnen wandern kann. Einige erhabene, mächtige Altbäume, aber auch verwunschene knorrige Baumgestalten, werden ihm auf seinem Weg begegnen; da ragen Wurzelwerk und sonderlich geformte Äste in die Lüfte. Da breitet sich am Wegrand der Buchenwald mit seinem toten Laub auf neues Leben vor, wie ein Teppich wachsen in ihm die weißen Buschwindröschen. Überall wird Bewegung, urtümliches Geschehen sichtbar, überall riecht, spürt und sieht man den Mai. In diesen Zeichen der Natur kann der Wanderer die Buchstaben eines Schöpfungsalphabetes erkennen, das in seiner Weise das Lob der Natur preist.


Der Friedrich Osterheldbrunnen lädt zur ersten Rast ein. In einem Buchenhain steht ein Steintisch, von Bänken umgeben. So kann man hier verweilen und dem leisen Plätschern des Wassers lauschen. Im weiteren Verlauf unseres Maispazierganges erreichen wir den Candidus Brunnen. Mächtige Eichen und Buchen umgeben ihn, die gerade ihr erstes zartes Grün angelegt haben. Zu dieser Jahreszeit scheint besonders viel Wasser aus der tiefen dunklen Walderde herauszufließen.
Wer sich hier auf der wuchtigen Waldbank niederlässt, muss nicht lange sitzen, bis er den „Zimmermann des Waldes“ vernimmt. Bald dringt ein lautes Trommeln aus dem Wald. Dann ist deutlich ein schallendes „Kliöh“ zu vernehmen. Der krähengroße Schwarzspecht markiert gerade akustisch sein Revier. Die Spechthöhle ist schon seit Anfang April fertig.
Mehr als zwei Wochen lang zimmerte er an seiner Eigentumswohnung und ließ dabei 10 000 Späne fliegen. Allein siebzehn Hiebe sind nötig, um einen Span zu entfernen. Die Jungen sind schon da und werden in den nächsten Wochen bis zu 225 000 Insekten und Waldschädlinge vertilgen.


Verschieden Bäume tragen hier Bärte – Bartflechten, ein Zeichen, dass dieser Platz mit der Luft noch im reinen ist. Werden diese Flechten allerdings zu stark, dann befindet sich der Baum leider auf dem „absteigenden Ast“, den die Flechten reagieren panisch auf den verschmutzten Atem der menschlichen Zivilisation.
Vom Candidus Brunnen aus führt uns der große Weg Richtung Aschbacherhof an einen Idyllisch gelegenen Waldweiher. Wie ein großes dunkles Auge der Erde scheint er in den Himmel zu starren.
 
Foto Candidusbrunnen © Tourist Info Trippstadt



Ein kleines Holzschild mit der Aufschrift „Felsenbrunnen“ weist in eine dunkle verwucherte Waldschlucht. Ein verwachsener Pfad führt den Wanderer zum vielleicht geheimnisvollsten Brunnen in der Umgebung Trippstadts. Genau in der Mitte eines kleinen Berggipfels gelegen, strahlt dieser felsige Brunnen etwas Mystisches aus.
Nur rüstige Wanderer sollten den Weg hierherauf antreten. Für den etwas mühseligen Aufstieg werden sie vom leisen Plätschern des Felsenbrunnens reichlich belohnt werden. Eine kleine Bank in den Fels eingelassen, lädt auch hier zur kurzen Rast ein. Wenig Licht dringt hierher und nur wenige „lichtscheue Gesellen“ der Pflanzenwelt haben sich hier angesiedelt. Moose, Flechten und Sauerklee fühlen sich in dieser „Dunkelkammer“ des Waldes besonders wohl.
Verschiede Meisen und auch den Zaunkönig kann man hier beobachten. Das Gurren der selten gewordenen Hohltaube ist hier auch noch zu hören. Diese bedrohte Taubenart brütet bevorzugt in verlassenen Schwarzspecht Höhlen. Dass ihre Art selten geworden ist, hängt mit dem Rückzug des Schwarzspechtes zusammen. Ohne seine Vorarbeit findet die Taube keine Nistmöglichkeiten.

Wenn der Wanderer den Felsenbrunnen verlässt, dem kleinen Pfad folgend auf dem Berggipfel angekommen ist, läuft er wieder Richtung Candidusbrunnen zurück, der nun allerdings linksseitig von ihm liegt.

Der kleine Pfad dem er nun folgt wird ihn zu einem großen Rundweg führen, der wieder nach Trippstadt zurückführt.